Montag, 10. Oktober 2011

fox 36 van rc2

FOX 36 VAN RC2
Heute mal wieder ein Kapitel aus der Rubrik MTB-Material. Nach meinem letzten Artikel über MTB-Material habe ich eine ziemlich lange unfreiwillige Pause einlegen müssen. Dennoch gehts jetzt weiter!

Letzten Sommer hatte ich mir bei www.probikeshop.fr eine DT Swiss EXC 150 Gabel gekauft. Wir der Name schon sagt - 150 mm Federweg, Carbon-Casting, nur 1550g. Richtig geil. Die o.g. Webseite macht gegen Ende der Saison meist gute Angebot und so kam ich an diese Gabel für sagenhafte 399,-.

Ich war mit der Gabel bis vor Kurzem recht zufrieden - einziger Kritikpunkt im Vergleich zur Fox 32 Talas RLC die ich davor fuhr war, dass die DT noch deutlich mehr einsank - beim Bremsen und bei Stufen. Man gewöhnt sich dran und antizipiert, aber die ein oder andere böse Überraschung hat das schonmal verursacht.

Defekt
Nunja - wirklich viel gefahren bin ich sie ja dann aufgrund der Zwangspause nicht - ein paar heftige Touren hat sie aber mitmachen müssen - und vor gut einer Woche vibrierte die Frontachse dann beim Bremsen so böse, dass ich in Verbindung mit einem Knacken beim Bremsen / VR lupfen Sorge hatte, diese weiter zu fahren.

Entscheidungsfindung
Für den Laax-Trip im Video hier drunter brauchte ich aber eine Gabel - und so machte ich mich auf die Suche. Da ich dort letztes Jahr schon ein Schnäppchen geschlagen hatte wieder bei www.probikeshop.fr - und dort wurde ich auch gleich fündig.

Ich blieb an zwei 36er Fox-Gabeln hängen - der Talas in der R-Version und der Van in der RC2-Version mit Kashima-Coating. Da ich seit einiger Zeit das Hinterrad-versetzen übe und schon des öfteren gelesen und gehört hatte, dass bei Stahlfeder-Federgabeln das Einsinken bei Bremsen / Stufen deutlich schwächer ausfällt, tendierte ich zur RC2. Die Kashima-Beschichtung sprach auch für die Van. Für die Talas sprachen gut 200g weniger (2330 zu ca. 2100g) und die Tatsache, dass ich für den Urlaub nicht noch nach einer passenden Feder schauen musste. Außerdem war sie noch 30 Euro billiger.

Klar, die Talas hätte sich noch absenken lassen - aber das war eine Funktion, die ich schon bei den beiden Vorgängergabeln kaum genutzt habe.

In der Artikelbeschreibung stand etwas von zwei Ersatzfedern, die außerdem im Lieferumfang waren - auf Nachfrage, welche dies nun seien bekam ich zu hören, dass doch keine dabei seien. Und die eigentlich für mein Gewicht vorgesehene (82kg aufwärts) nicht lieferbei sei. Ich bestellte die VAN. Die "grüne" Feder für 82 kg aufwärts bestellte ich separat in Deutschland. Hauptgrund war das vermeintlich schwächere Bremsnicken und Eintauchen bei Stufen.

Die Gabel kam in einem Riesenkarton - überraschenderweise - doch mit zwei Federn. Montiert die blaue (bis 82 kg), dabei noch die lilane (71 kg aufwärts) und die grüne (82 kg aufwärts). Die separat bestellte ging dann also zurück.

Einbau
Endanschläge der DT Naben
Montiert war die Gabel an sich schnell - mit Syntace Rohrschneider gekürzt, Kralle rein - der Konus des Syntace-Superspin lässt sich ganz einfach (de)montieren, da er sich einfach mit einem Schlitz-Schraubenzieher spreizen und ab(auf)ziehen lässt. Kniffliger war da schon die Umstellung der Nabe von 15 mm-Achse der DT auf die 20 mm Achse. Man muss zwar "nur" die Endanschläge tauschen, aber diese sind beide auf eine Achse in der Mitte festgeschraubt - richtig gut geht also nur einer ab - auf den kam dann schon der 20mm Aufsatz. Dieser war bei den DT EX1750 bei Lieferung auch schon drauf gewesen - aber zwischenzeitlich hatte ich ja auf 15 mm umgerüstet - und um dort schon eine Seite zu fixieren um die andere zu lösen hatte ich Loctite verwendet. Nun also die zweite 15 mm-Seite wechseln - erst mit dem Heisluftfön ordentlich erhitzt, um den Loctite zu lösen.
Doch die Auflagefläche für den 22mm Schlüssel sind winzig. Hier ein Foto der Auflagefläche bei den 20er Aufsätzen - und die sind schon deutlich größer wie bei der 15er...
So kam es wie es kommen musste - ruckzuck waren die Flächen verratzt. Also mit der Metallsäge "erweitert" auf 24 und den Maulschlüssel drauf gehämmert. Diesmal klappte es und der zweite Aufsatz kam auch drauf.

Steckachsenbefestigung (QR20)
sowie Zugstufeneinstellknopf (rot)
Jetzt konnte das Rad auch in die Gabel - ich war erstaunt, wie leicht so eine Steckachse ist! Die Montage selbst geht ganz einfach und ohne Werkzeug.

Setup
Die Gabel montiert - sie baut 2 cm höher als die DT (Einbauhöhe 545 mm). Das merkt man, das Liteville ist noch mehr Sloping als vorher - aber ich denke für die meisten Uphills sollte das noch reichen. Ich bin gespannt, wie das Lenkverhalten ist...

Nach den ersten Metern auf dem Trail (alles in Orginal-Lieferzustand) stelle ich fest, dass die Gabel logischerweise viel zu schnell ist. Ich habe dann testweise einfach mal die Zugstufe (bei der RC2 unten am Holm, da seltener verwendet als die Druckstufen, so FOX) zwei Klicks rein, die Low-Speed-Compression lasse ich offen. Letztere hatte ich schon bei der 32er RLC - und das Zudrehen hilft zwar, dass die Gabel weniger absinkt (Bremsen, Stufen) nimmt aber auch deutlich Sensibilität.
Einstellknopf für die Druckstufen


Die High-Speed-Compression, die sich wie die Low-Speed-Version oben am rechten Holm einstellen lässt schliesse ich um vier Klicks, da ich immer noch die blaue Feder drin habe, für die ich vermeintlich zu schwer bin.

Mit diesem Setup bin ich bis jetzt total zufrieden. Die Federvorspannung, die ich am linken Holm oben einstellen könnte habe ich noch gar nicht angerührt - und bisher habe ich mit diesem Setup noch nicht durchgeschlagen - weder in LAAX, noch auf den Trails, die ich hier gefahren bin. Im Gegenteil - die Progression ist gegen Ende so steil, dass ich bestimmt noch 15-20 mm Luft habe.

Wie fährt sie sich?
Die erste Ausfahrt fand denn gleich mal auf einem Wurzeltrail in Laax statt ("le classique" im Video hier drunter). Was soll ich sagen - ich war einfach nur Baff. Die Gabel klebt irgendwie ganz anders am Boden als eine Luftgabel - das zum Einen. Wenn sie sich im Stand zwar noch irgendwie "fester" - auf dem trail aber einfach nur "fluffig" - speziell wenn viele Schäge aufeinander folgen funktioniert die Gabel subjektiv besser - sie sackt einfach nicht so zusammen (und die DT war schon auf schnell gestellt).

Was außerdem positiv auffällt, ist dass die Gabel bei größeren Stufen sowie bei heftigeren Bremsmanövern lange nicht so einnickt - was vermutlich an der progressiveren Kennlinie liegt - das hilft ungemein - besonders, wenn die Absätze direkt hintereinander kommen.

Der dritte und letzte Punkt der mir bis dato positiv aufgefallen ist, ist dass die Gabel einfach deutlich steiffer ist - 36 mm Standrohre im Vergleich zu 32ern machen halt doch was aus (neben ca. 800g Mehrgewicht zur DT!). Gerade beim Hinterrad versetzen merkt man das deutlich! Bei diesen Manövern ist ebenfalls das geringere Einsinken von Vorteil.

Alles in Allem bin ich bis heute schwer zufrieden. Sie fährt sich geil! Steile Uphills muss ich mal noch probieren im Trail, aber abwärts... die 800 g wirklich wert.
Was außerdem noch schön ist bei Fox-Gabeln ist, dass sie meist (wie die DT auch) einen guten Wiederverkaufswert haben und das Upgrade zur nächsten Gabel damit recht günstig sein kann. Erst recht, wenn man sie recht günstig erwerben kann.

Cons - naja - die sollen auch nicht unerwähnt bleiben. Zur Erhaltung der Garantie muss man die Gabel laut Hersteller einmal im Jahr zur Inspektion schicken - hier in Deutschland zu Toxoholics. Und neben der Tatsache, dass das nicht gerade billig ist (über 100 Euro i.d.R.) - ist diese Firma nicht unbedingt für Ihre Kundenfreundlichkeit bekannt... aber das ist ein anderes Thema - ich werde ggfs. berichten. Meine 100er FOX am Stevens jedenfalls hat eigentlich immer pünktlich nach einem Jahr gesifft, so dass ein Service nötig war. Aber wer weiss - vielleicht ist das hier ja jetzt endlich die Gabel, die ich nicht "verratze".

Ergänzend...

...noch ein paar Worte zur Technik - die schon erwähnte "Kashima"-Beschichtung erkennt man an den güldenen Standrohren - dies soll geringere Reibung und somit ein niedrigeres Losbrechmoment gewähren. Einen direkten Vergleich habe ich nicht. 


roter Zugstufeneinstellknopf
Die RC2 hat außerdem die komplette Dämpfung in einer FIT-Kartusche - im Gegensatz zu der R-Version, die ein offenes Ölbad hat. Was der Vorteil ist? Keine Ahnung - wäre die RC2 nicht so günstig gewesen, hätte ich auch die R genommen. Die einstellbaren Druckstufen, die die RC2 mehr hat sind glaube ich im Wesentlichen im Bikepark interessant. Das einzige was ich bis jetzt feststellen konnte war, dass die Gabel bei längeren Wurzelpassagen richtig "schmatzt".

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